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Solare Trocknung in Nicaragua und Österreich

Solare Lufttechnik, insbesondere für Tocknungsprozesse, ist das Spezialgebiet des Solarprogrammes der CONA Entwicklungs- und Handelsgesellschaft mit Sitz in Oberösterreich. Ich darf Ihnen zwei Ausschnitte des CONA Solarprogrammes in Nicaragua und Österreich schildern. In beiden Ländern wird mit Hilfe von Solarlufttechnik getrocknet und mit dieser Technologie die Ernte gesichert und veredelt.

Bereits vor 14 Jahren hat Cona mit der Entwicklung von solaren Holztrocknungsanlagen begonnen. Nachdem wir bereits Mitte der 90er Jahre mit dem Aufbau der solaren Holztrocknungsanlagen erfolgreich waren, haben wir das Prinzip weiterentwickelt und für viele neue Produkte angewandt. Heute sind wir mit unserem Solarprogramm in 7 Ländern vertreten, es wurden mehr als 300 Anlagen ganz verschiedener Größen (zwischen 2 und 100 m²) aufgebaut und es werden damit mehr als 60 verschiedene Produkte getrocknet. Die Solarluftkollektoren von CONA, auch bereits seit mehreren Jahren patentiert, arbeiten mit Spezialabsorbern, welche die Wärme besonders effizient auf die Luft überträgt.

In diesem Artikel will ich je ein Beispiel aus Nicaragua und aus Österreich herausgreifen:
Cinco Pinos, im Norden Nicaraguas gelegen, wurde in den letzten Jahren zu einem Zentrum integraler Entwicklung. Initiator ist  der Koordinator der Österreichisch-Nikaraguanischen  Solidaritätsbewegung, Dr. Elmer Zelaya.
Das CONA Programm ist eingebunden in die umfassenden Programme der Entwicklungszusammenarbeit und wird auch finanziell unterstützt von der ÖEZA, ADA, der Aktion Sei so Frei der KMB Linz, der Kulturinitiative 08-16 von Gmunden, ....

Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit in Cinco Pinos ist der Früchteverarbeitung gewidmet.  Naheliegend ist es einen Teil der Früchte zu trocknen. So kam es vor vier Jahren zur Zusammenarbeit mit dem CONA Solarprogramm. Die Sonne scheint reichlich in der Region von Cinco Pinos und schickt die Energie für die Veredelung und Konservierung der Früchte. Die positiven Erfahrungen mit der solaren Früchtetrocknung und der steigende Bedarf an Trockenfrüchten haben Cinco Pinos zu einem deutlichen Ausbau motiviert. Es ging eine weitere, größere solare Trocknungsanlage in Cinco Pinos in Betrieb. Das CONA Solarteam in Nicaragua, geleitet von Frau Cecilia Cruz, hat die Anlage in der CONA Solarwerkstatt in León, Nicaragua sorgfältig vorbereitet und rasch errichtet.

Bei dieser Anlage handelt es sich auch um eine wichtige nächste Stufe in der Solartechnologie.  Seit 5 Jahren arbeiten wir an der Entwicklung und Einbindung von Energiespeichern für unsere Solarlufttechnik. In Österreich, Nicaragua und El Salvador wurden dazu wesentliche Forschungsarbeiten durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden in die neuen Anlagen integriert. 
Die Solaranlage in Cinco Pinos ist mit 30 m² CONA-Solarluftkollektoren und mit einem Steinspeicher von ca. 12 Tonnen ausgestattet. In diesen Steinen wird die überschüssige Energie gespeichert. Damit kann die wertvolle Ernte auch bei schlechter Witterung und in  der Nacht getrocknet werden.

Die Trockenkammern für die Früchte sind im Verarbeitungsgebäude integriert. Damit wird ein wichtiger  Hygienestandard erreicht (die Früchte werden nach der Aufbereitung nicht mehr ins  Freie getragen). Weiters wird damit der Arbeitsfluss erleichtert. Die Trocknung wird beschleunigt. Nach der Trocknung erfolgen Qualitätskontrolle und Verpackung ebenfalls im Gebäude. Die gesamte Anlage ist mit Filtern und Insektengittern geschützt.

Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze:
Mit der Veredelung der Früchte wird deutlich mehr Wertschöpfung erzielt und neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Auch Schulausspeisungen in den umliegenden Dörfern werden mit vitaminreichen Früchten versorgt.

Solare Trocknung von Heu und Biomasse in Österreich:

Sowohl bei der Heu-, als auch bei der Hackguttrocknung geht es darum große Mengen möglichst energiesparend zu trocknen. Die Solarlufttechnik eignet sich sehr gut dafür. Wir nutzen direkt das  Medium Luft, die Anlagen brauchen keine Wärmetauscher.

Familie Gahleitner aus Arnreit im Mühlviertel, Biobauern und seit vielen Jahren Nutzer der Sonnenenergie setzt seit zwei Jahren auch eine 96 m² große Solarluftanlage von CONA ein.
Schon vor der Einbringung der Heuernte wird der 70-Tonnen Energiespeicher mit der Solarluftanlage auf   60 Grad erwärmt. Die Heutrocknung kombiniert Trocknungsluft aus der Umgebung, der Solaranlage und dem Speicher.
Wenn kein Heu getrocknet werden muss, steht die gesamte Energie für die Trocknung von Hackschnitzeln zur Verfügung. Beim System der CONA Biomassetrocknung wird ganzflächig belüftet und daher ganz wenig Druck aufgebaut. Somit können energiesparende Axialventilatoren eingesetzt werden.
Mit nur 1 bis 2 kWh Stromeinsatz kann ein Schüttraummeter (Srm) Hackgut von über 40  % Wassergehalt unter 15 % getrocknet werden. Der durchschnittliche Energiegewinn liegt bei 150 bis 200 kWh je Srm, der im Winter zur Verfügung steht.

Der Einsatz der solaren Biomassetrocknung  wird von der OÖ. Landesregierung aus den Bereichen Agrar und Energie gefördert.

Ausführlichere Schilderungen und die Darstellung weiterer Anlagen übersteigt den Rahmen dieses Artikels. Gerne lade ich Sie, liebe Leserinnen und Leser ein uns auf unserer Homepage unter: www.solar.cona.at zu besuchen oder uns auch an: solar@cona.at zu schreiben.

Dr. Georg Hubmer,
Geschäftsführer von CONA

Quelle: Zeitschrift Erneuerbare Energie, AEE Gleisdorf